Gefieder, Farben....

Tipps/Artikel
Veröffentlichungen

Gefieder, Farben, Mauser:


 "Gedanken zur Mauser; Tipps aus der Praxis"
 
 "Braune Gloster und deren Vererbung"

"Das Idealbild des Gloster oder: Wo sind die Aufgehellten geblieben?"

  "Die Gefiederqualität beim Gloster"

Gedanken zur Mauser beim Gloster
Tipps aus der Praxis

(erschienen/veröffentlicht AZ-Vogelinfo Nr. 8/2009)


Im Lebensalter von etwa neun Wochen beginnen die jungen Gloster mit ihrer ersten Mauser, der sogenannten Jugendmauser. Bei der Jugendmauser wird in der Regel lediglich das Kleingefieder gewechselt. Das Großgefieder (Schwanz- und Flügelfedern) werden normalerweise nicht gewechselt. Bei sehr früh im Jahr geschlüpften Jungvögeln besteht jedoch eine gewisse Gefahr, dass diese insbesondere bei sehr hohen Außentemperaturen im Sommer auch die Schwanzfedern abwerfen. Der Verlust der Schwanzfedern (egal ob durch hohe Temperaturen im Sommer oder aber auch durch gegenseitiges Rupfen verursacht) hat zur Folge, dass die nachgewachsenen Schwanzfedern immer etwas länger werden und diese jungen Gloster dann auf den Ausstellungen leider nur noch geringe Siegchancen haben. Bei den Altvögeln beginnt die Mauser meist im Juli (vereinzelt auch schon früher) und erstreckt sich bis in den September. Die Altvögel wechseln ihr komplettes Gefieder, also auch das Großgefieder (Schwanz- und Flügelfedern). Oftmals lässt sich beobachten, dass bei den Altvögeln die Hähne schon einige Tage vor den Hennen mit der Mauser beginnen.
Der kräftezehrende Federwechsel bei den Glostern (bei anderen Rassen natürlich ebenso!), egal, ob bei den Jung- oder Altvögeln, stellt hohe Anforderungen an den Organismus des Vogels. Um den Vögeln die jetzt in besonderem Maße benötigten Stoffe (u.a. essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, Vitamine des B-Komplexes, Omega-3-Fettsäuren, Lecithin, L-Methionin, Mineralstoffe etc.) zuzuführen welche eine ideale Federbildung fördern, bedarf es der Fütterung von entsprechend angereichertem Kraft- bzw. Aufzuchtfutter. Während der Mauser bekommen daher alle meine Vögel, auch die Altvögel, ein handelsübliches Aufzuchtfutter, welches wohldosiert mit folgenden natürlichen Ergänzungsmitteln angereichert wird: Lebertran, Distelöl und/oder Leinsamenöl bzw. Leinöl (diese Öle, sowie Lebertran, enthalten u.a. hohe Anteile der Omega-3-Fettsäuren), Kieselerde (Silicium, Calcium etc.), Bierhefeflocken (Vitamine des B-Komplexes, Calcium etc.), Sojamehl (verschiedene Amino- u. Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine) sowie geringe Mengen eines flüssigen Calciumpräparats. Darüberhinaus reiche ich in dieser Zeit auch vermehrt Leinsamen (Linol- und Linolensäure; Leinsamen ist besonders reich an ungesättigten Fettsäuren, Schleim- und Ballaststoffen, außerdem enthält er Proteine, Vitamine und Glykoside) und Gurkenstückchen (Mineralstoffe). Diesen natürlichen Nahrungsmitteln werden seit eh und je besonders mauserfördernde bzw. federbildende Eigenschaften nachgesagt.
An dieser Stelle möchte ich daraufhinweisen, dass in den letzten Jahren auch vermehrt entsprechende Fertigprodukte (Ergänzungsmittel bzw. Komplettmischungen von verschiedenen Anbietern), welche die Mauser der Vögel positiv beeinflussen sollen, auf den Markt gekommen sind. Da mir jedoch über die genaue Zusammensetzung dieser Präparate zu wenige Informationen vorliegen und es sich hierbei im Zweifel um chemisch angereicherte Produkte handelt, verzichte ich grundsätzlich lieber auf deren Einsatz und bleibe bei meinen natürlichen “Zugaben”. Ich möchte aber auch betonen, dass ich diese “Fertigprodukte” nicht grundsätzlich alle für schlecht halte. Die Entscheidung darüber, ob diese Produkte ihr Geld wert sind und der Kosten-/Nutzeneffekt etc. gerechtfertigt ist, soll jeder Züchter für sich selbst entscheiden.
Gerne feuchte ich das Kraft- bzw. Aufzuchtfutter während der Mauser auch mit einem Leinsamentee (3-4 Teelöffel Leinsamen mit kochendem Wasser überbrühen und etwa 5 Stunden ziehen lassen) an. Ältere englische Zuchtkollegen schwören darauf, dass das Gefieder der Vögel dann einen besonders glänzenden Schimmer bekommen soll. In der Naturheilmedizin ist zur Wirkung von Leinsamentee zu lesen, dass die Schleimstoffe des Tees heilsam auf gereizten Magen und Darm wirken und entzündungshemmend, schleimhautschützend und reiz- und schmerzlindernd sind. Da der Organismus der Vögel während der Mauser wie schon erwähnt ohnehin höheren Anforderungen ausgesetzt ist und die Vögel in dieser Zeit daher besonders anfällig für Darmerkrankungen sind, kann der Tee bzw. das damit angefeuchtete Kraftfutter sicher nicht schaden!
Generell ist während der Mauserphase gegenüber der Brutphase beim Kanarienvogel zu berücksichtigen, dass der Proteinbedarf nicht mehr ganz so hoch ist wie während der Brutphase (Versorgung und rasches Wachsen der Nestlinge), dafür jedoch ein erhöhter Bedarf an Aminosäuren und hochwertigen Fettsäuren besteht. Dem leicht veränderten Proteinbedarf trage ich Rechnung, indem ich das Körnerfutter in dieser Zeit minimal ändere. Den Hanf- und Rübsenanteil des Futters reduziere ich nach und nach und der Anteil an Spitz- bzw. Kanarienssat, Leinsamen (siehe auch schon entsprechende Erwähnung im vorangegangen Texteil), Negersaat, Sesam und Mohn wird entsprechend erhöht. Leinsamen, Negersaat, Sesam und Mohn sind besonders reich an Aminsäuren und essentiellen Fettsäuren, darüber hinaus verfügen insbesondere Sesam und Mohn über einen hohen Calcium-Phosphor-Anteil.

Leinsamen, Mohn und Sesam sollten insbesondere während der Mauser nicht fehlen

Besonders bewährt haben sich sowohl während der Brutzeit als auch insbesondere in der Mauserzeit die Verfütterung von allerlei halbreifen Gräsern und sonstigen Samenständen. Hier sollte man jedoch ganz sicher sein, dass diese nicht gespritzt bzw. mit Pestiziden etc. belastet sind. Im Zweifel sollte man lieber auf die Fütterung verzichten.
Um dem hohen Energiebedarf in der Brut- und Mauserphase gerecht zu werden, reichern englische Züchter das Aufzuchtfutter in dieser Zeit gerne auch mit Glucose (Traubenzucker) an.
Es versteht sich von selbst, dass den Vögeln nicht nur während der Mauser ein gutes Gritgemisch mit Kohlestückchen angeboten werden sollen und den Vögeln in dieser Zeit auch Sepiaschalen zur Verfügung stehen.
Sehr wichtig ist auch, die o.a. Futtergaben in der Mauserzeit regelmäßig, d.h. täglich anzubieten. Nur so ist gewährleistet, dass sich alle Federn möglichst gleichmäßig entwickeln können. Unregelmäßigkeiten in der Fettfarbe und der Farbintensität werden dann ebenso vermieden. Das gewünschte voluminöse, feine Gefieder beim Gloster zeichnet in besonderem Maße eine füllige, recht farbintensive, seidenweiche, geschmeidige und dennnoch fest anliegende Befiederung aus. Diese Kriterien sind in erster Linie nur mit entsprechendem Ausgangsvögeln und züchterischem Wissen, Geschick sowie Glück zu erreichen. Eine entsprechende Fütterung während der Mauser kann sicherlich keine Wunder bewirken, ist aber dennoch m.E. nicht unbedeutend.
Sehr positiv auf den Mauserverlauf wirkt sich auch die tägliche Bereitstellung von Badewasser aus. Die Badegefäße sollten jedoch nur leicht befüllt werden, ein zu starkes Auskühlen der Vögel und zu starkes Auswaschen des Gefieders durch einen zu hohen Wasserstand im Badegefäß sollte möglichst vermieden werden. Badegelegenheiten sollten möglichst nur am Morgen bzw. Vormittags gereicht und gegen Mittag wieder entfernt werden.
Grundsätzlich sollten die Vögel während der Mauserzeit besonders stressfrei gehalten werden. Ein unnötiges Stören oder Herausfangen und in die Hände nehmen sollte möglichst vermieden werden. Es empfiehlt sich auch, besonders vielversprechende Jungvögel, insbesondere Coronas, einzeln zu setzen, um u.a. gegenseitiges Rupfen und Beschädigungen durch Käfiggenossen auszuschließen.
Positiv auf einen problemlosen und schnellen Mauserverlauf wirkt sich auch immer aus, wenn den Vögeln zwischen der Brut- und Mauserphase genügend Zeit zur Regeneration bleibt. Daher setze ich meine Vögel auch grundsätzlich nicht zu einer dritten Zuchtrunde an, nach zwei Gelegen ist die Zuchtsaison beendet. Die Vögel kommen dann nicht nur schneller durch die Mauser, sondern sind in der Regel fitter und im darauffolgenden Jahr auch wieder früher in Kondition und Brutstimmung.
Die Mauser beginnt meist mit dem Ausfallen und der Erneuerung des Brust- und Bauchgefieders, danach Bürzel- und Rückenfedern und erst zuletzt die Federn des Hals-, Nacken- und Kopfbereichs. Daher ist es aus meiner Sicht auch wichtig die Zusatzfütterung etc. wie zuvor beschrieben bis zum Schluss der Mauser (je nach Zuchtbeginn meist erst im September oder Oktober) durchzuziehen, um die entsprechende Entwicklung der gesamten Befiederung und nicht zuletzt auch insbesondere der Corona zu fördern.

Bei den hier abgebildeten jungen Corona Hähnen gut zu erkennen:
Die Mauser beginnt mit der Erneuerung des Brust und Bauchgefieders


Mauserverlauf einer jungen silberbraunen Corona Henne,
die Mauser endet mit der Erneuerung der Kopf-, Hals- u. Nackenferdern
Wie auch schon in meinem Artikel „Welche Corona sollte man behalten und zur weiteren Zucht verwenden?“ möchte ich auch in diesem Artikel darauf hinweisen, dass die grundsätzliche Entscheidung, welchen Vogel, egal ob Corona oder Consort, man zur weiteren Zucht behalten möchte, erst getroffen werden sollte, nachdem die Tiere komplett durchgemausert sind. Manche vielversprechend aussehende Jungvögel entpuppen sich nach der Mauser nur noch als durchschnittlicher Vogel und umgekehrt manch durchschnittlicher Nestling und Jungvogel als späterer Siegervvogel. Daher wird man bei guten und erfahrenen Züchtern in aller Regel auch nicht vor Oktober Jungvögel erwerben können.
Braune Gloster und deren Vererbung



Oft werde ich gefragt, wie eigentlich Cinnamon (aktuelle Bezeichnung nach AZ-Standard: braun gelb, alte Bezeichnung: Gelbbraun) und Fawn (braun weiß, alte Bezeichnung: Silberbraun) vererben. Im unmittelbaren Zusammenhang mit diesem Thema wird auch oft die Meinung vertreten, dass die Vererbung von Braunen schlecht zu kontrollieren sei.

Nachstehend habe ich zunächst (insbesondere gerichtet an die Anfänger unter den Züchtern, aber auch an Glosterzüchter ohne bisherige Erfahrung mit Cinnamon etc.), die geschlechtsgebundene, rezessive Vererbung an Hand der möglichen Verpaarungsmöglichkeiten aufgeführt.

Um die geschlechtsgebundene Vererbung zu verstehen, braucht man eigentlich nur zu wissen, dass Hähne immer zwei Gene und Hennen lediglich ein Gen zur Vererbung der Farbe besitzen. Das bedeutet, dass Hähne (keine Hennen!) spalterbig sein können, was wiederum bedeutet, dass der Hahn z.B. sichtbar Grün oder Schiefer ist und gleichzeitig spalterbig in Cinnamon sein kann. Eine weitere Möglichkeit wäre auch, dass der Hahn sichtbar Cinnamon oder Fawn ist, was bedeutet dass dann beide Gene braun sind. Hennen können (da sie ja nur ein Farbgen besitzen und somit nicht spalterbig sind) grundsätzlich nur ihr tatsächliches Sichtbild, also z.B. Grün, Schiefer oder Cinnamon weitervererben.

Wenn man diese Grundregeln kennt, erklären sich die untenstehenden Verpaarungsmöglichkeiten und wie Cinnamon und Fawn vererben von selbst.

Um nochmals die aufgeworfene Meinung, Cinnamon und Fawn seien schlecht zu kontrollieren aufzugreifen: Grundsätzlich sind diese Farbschläge nicht schwer zu kontrollieren, es bedarf jedoch einer genauen Zuchtbuchführung mit entsprechenden Aufzeichnungen! Vorausgesetzt natürlich, man weiß, wie die geschlechtsgebundene Vererbung funktioniert!

Unbedingt beachten sollte man allerdings, dass die Federstruktur der „Braunen“ anders ist. Die Feder ist grundsätzlich weicher und feiner gegenüber der „normalen“, insbesondere der grünen Feder. Diese etwas andere Federstruktur und Federtextur birgt gewisse Gefahren aber ebenso auch gewisse Vorteile. Man sollte es aus meiner Sicht vermeiden, Braune über Generationen zu verpaaren, da die Feder sonst definitiv zu weich und zu fein wird. Das gleiche Problem tritt auch auf, wenn man über Generationen B mal B Vögel, helle Vögel wiederholt verpaart oder grundsätzlich Vögel mit zu weicher Feder. Die feine Federstruktur der braunen Gloster ist aber sehr interessant, da sie grundsätzlich für ein seidiges Erscheinungsbild und eine sehr ansehnliche Haube sorgt, wobei aufgrund der Feinheit der braunen Federn optisch (bei den braunen Glostern) oftmals der Eindruck entsteht, dass es diesen an Typ fehlt und die Vögel insgesamt zu schmal sind.

Frisch geschlüpfte braune Gloster, egal ob Cinnamon oder Fawn, lassen sich übrigens gut an den rötlichen Augenpartien erkennen. Dieses Erkennungsmerkmal verliert sich aber schon nach wenigen Tagen wieder fast vollständig und die Farbe der Augen unterscheidet sich dann kaum noch von „normalen“ Glostern.
Rechts "Brauner" Gloster, gut zu erkennen an den rötlichen Augenpartien,
links normalfarbiger Gloster

Mit dem gezielten und kontrolliertem Einsatz von guten braunen Gloster, egal ob Cinnamon oder Fawn, lässt sich die Gefiederqualität eines Stammes aus meiner Erfahrung grundsätzlich verbessern. Nicht nur deswegen, sondern insbesondere auch wegen der für meinen Geschmack besonders ansprechenden Optik, ist dieser Farbschlag besonders interessant und wertvoll!

Weitere Ausführungen zum Thema „Gefiederqualität“ siehe auch eigenständiger Artikel auf dieser Homepage!
Links Cinnamon Corona Henne, rechts aufgehellte Silberbraune (Fawn) Corona Henne, zwei schöne, typstarke Exemplare
Links Silberbrauner (Fawn) Consort Hahn, rechts Cinnamon Consort Henne


Vererbung von Cinnamon und Fawn im Detail

Die einzelnen Verpaarungsmöglichkeiten von Cinnamon
und der zu erwartende Nachwuchs:


Cinnamon Hahn x Cinnamon Henne
= Cinnamon Hähne + Hennen
(Alle Jungen aus dieser Verpaarung sind Cinnamon)

Cinnamon Hahn x Normale Henne
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Cinnamon Hennen
(Alle Hennen aus dieser sind sichtbar Cinnamon, die Hähne sind alle sichtbar normal farbig und spalterbig in Cinnamon)

Normaler Hahn x Cinnamon Henne
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Normale Hennen
(Keine der Jungen aus dieser Verpaarungen sind sichtbar Cinnamon, die Hähne sind alle spalterbig)

Normaler Hahn (spalterbig Cinnamon) x Normale Henne
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Normale Hähne
= Cinnamon Hennen
= Normale Hennen
(Lediglich ein Teil der Hennen aus dieser Verpaarung sind sichtbar Cinnamon, die Hähne sind alle normal farbig jedoch ein Teil davon wiederum spalterbig in Cinnamon. Es ist optisch nicht erkennbar welche Hähne spalterbig sind, dies lässt sich erst durch spätere Verpaarungen feststellen, man spricht hier bei diesen Hähnen dann auch gerne von: „Verdachtspalterbig“)

Normaler Hahn (spalterbig Cinnamon) x Cinnamon Henne
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Cinnamon Hähne
= Normale Hennen
= Cinnamon Hennen
(Sichtbar Cinnamon aus dieser Verpaarung sind zum Teil sowohl Hähne als auch Hennen, die normal farbigen Hähne sind wiederum alle spalterbig)
Anmerkung:
Etwas schwierig wird es lediglich bei der Erkennung/Bestimmung von rein gelben bzw. weißen (also ohne jegliche Scheckung) Cinnamon/Fawn Gloster. Hier ist eine exakte Bestimmung lediglich aufgrund der oben erwähnten rötlichen Augenfärbung in den ersten Lebenstagen der Vögel möglich. Genaue Aufzeichnung und ein entsprechender Vermerk im Zuchtbuch in Verbindung mit der Ringnummer ist in diesem Fall besonders wichtig.



Die einzelnen Verpaarungsmöglichkeiten von Fawn
und der zu erwartende Nachwuchs:

Fawn Hahn x Cinnamon Henne oder Cinnamon Hahn x Fawn Henne
= Fawn und Cinnamon Hähne + Hennen
(Alle Jungen aus dieser Verpaarung sind Fawn bzw. Cinnamon. Beachte: Die Verpaarung von Fawn x Fawn, also weißgrundig mal weißgrundig ist aufgrund des Letalfaktors nicht möglich!)

Fawn Hahn x Normale Henne
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Weißgrundige Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Cinnamon Hennen
= Fawn Hennen
(Alle Hennen aus dieser sind sichtbar Cinnamon bzw. Fawn, die Hähne sind alle sichtbar normal farbig bzw. weißgrundig und spalterbig in Cinnamon)

Weißgrundiger Hahn x Cinnamon Henne
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Weißgrundige Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Weißgrundige Hennen
= Grüne Hennen
(Alle Hähne aus dieser Verpaarung sind spalterbig, die Hennen alle normalfarbig bzw. weißgrundig)

Normaler Hahn x Fawn Henne
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Weißgrundige Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Normale Hennen
= Weißgrundige Hennen
(Keine der Jungen aus dieser Verpaarungen sind sichtbar Cinnamon bzw., die Hähne sind alle spalterbig)

Normaler Hahn (spalterbig Cinnamon) x Weißgrundige Henne
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Weißgrundige Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Normale Hähne
= Weißgrundige Hähne
= Cinnamon Hennen
= Fawn Hennen
= Normale Hennen
= Weißgrundige Hennen
(Lediglich ein Teil der Hennen aus dieser Verpaarung sind sichtbar Cinnamon bzw. Fawn, die Hähne sind alle normal und weißgrundig farbig jedoch ein Teil davon wiederum spalterbig in Cinnamon. Es ist optisch nicht erkennbar welche Hähne spalterbig sind, dies lässt sich erst durch spätere Verpaarungen feststellen)

Normaler Hahn (spalterbig Cinnamon) x Fawn Henne
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Cinnamon Hähne
= Weißgrundig Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Fawn Hähne
= Normale Hennen
= Cinnamon Hennen
= Weißgrundige Hennen
= Fawn Hennen
(Bei dieser Verpaarung ist die ganze farbliche Palette zu erwarten. Die normalfarbigen bzw. weißgrundigen Hähne sind alle spalterbig)

Cinnamon Hahn x Weißgrundige Henne
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Weißgrundige Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Cinnamon Hennen
= Fawn Hennen
(Die Hähne aus dieser Verpaarung sind alle spalterbig, die Hennen sind alle Cinnamon oder Fawn)

Weißgrundiger Hahn (spalterbig Cinnamon) x Cinnamon Henne
= Weißgrundig Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Fawn Hähne
= Cinnamon Hähne
= Weißgrundige Hennen
= Normale Hennen
= Fawn Hennen
= Cinnamon Hennen
(Aus dieser Verpaarung ist die ganze Farbpalette der Ausgangsvögel einschließlich Fawn zu erwarten. Die Hähne sind alle entweder sichtbar Fawn/Cinnamon oder zumindest spalterbig in Cinnamon)

Weißgrundiger Hahn (spalterbig Cinnamon) x Normale Henne
= Weißgrundige Hähne
= Weißgrundig Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Normale Hähne
= Normale Hähne (spalterbig Cinnamon)
= Weißgrundige Hennen
= Normale Hennen
= Cinnamon Hennen
= Fawn Hennen
(Sichtbar Cinnamon/Fawn sind nur ein Teil der Hennen, die Hähne sind nur zum Teil spalterbig. Es ist optisch nicht erkennbar welche Hähne spalterbig sind, dies lässt sich erst durch spätere Verpaarungen feststellen)

Das Idealbild des Gloster oder: Wo sind die Aufgehellten geblieben?


Das Zuchtziel und Idealbild des Gloster im Mutterland war bis in die sechziger Jahre ein gänzlich aufgehellter Vogel mit dunkler Haube oder mit entsprechender Schwalbenzeichnung. Auch der Grizzle, also völlig aufgehellte Vögel mit maximal einer gesprenkelten Haube, zählte seinerzeit dazu. Diese aufgehellten Vögel stellten das Idealbild in der Glosterzucht dar und dominierten alle Schauen. Auch auf allen Abbildungen aus dieser Zeit waren ausschließlich solche Vögel zu bewundern.
So sah das Idealbild des Gloster bis in die sechziger Jahre aus.
Oben eine frühe Zeichnung aus den 30er/40er Jahren.

Until the sixties the ideal Gloster looked like that.
Above an early picture from the 30s or 40s.


Dies hat sich seitdem grundlegend geändert. Im Mutterland des Gloster dominieren die dunklen Vögel die Schauen und die hellen bilden nunmehr eine Minderheit. Dies sieht in Deutschland nicht anders aus. Die Grünen und Grünschecken werden zuhauf gezüchtet und ausgestellt. Den aufgehellten Vogel, geschweige denn den Grizzle, den aufgehellten mit dunkler Haube sowie den mit Schwalbenzeichnung muss man suchen gehen.

In der Handbuchausgabe Nr.1/ 2006 des IGBA wurde mit einem Bericht auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht mit der Überschrift: „Bringt die rein Gelben und Grizzles zurück“. Im Text heißt es dann weiter, es ist noch nicht zu spät, nehmt Euch dieser Herausforderung an, ihr Top-Züchter der dunklen B-Vögel!

Nicht treffender könnte man es natürlich für das Schauwesen und den Gloster in Deutschland formulieren und sich wünschen, dass die schönen Aufgehellten auf absehbare Zeit keine Minderheit mehr bilden, wie heut zu Tage. Auch ich persönlich würde mich freuen, wenn sich das Bild des Gloster in der Zukunft wieder ändern würde und mehr die schönen hellen Vögel zu bewundern wären. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf eine frühere Veröffentlichung „Mangel an aufgehellten Glostern, Grünschecken sind leichter erhältlich“ von mir verweisen (siehe AZN, Ausgabe Nr. 3/1991).

Man sollte sich aber natürlich darüber im klaren sein, dass eine Zucht ohne die dunklen Vögel mit ihrer zumeist guten bzw. besseren Federqualität als bei den aufgehellten nicht möglich wäre. Einen Stamm Gloster mit nur hellen Vögeln aufzubauen würde über kurz oder lang zu einem Desaster führen. Die Federqualität bei den hellen Vögeln lässt sich gegenüber den dunklen Vögeln nicht so leicht kontrollieren und bei wiederholten Verpaarungen von hellen Vögeln würde dies zwangsläufig früher oder später zu Tieren mit losem Gefieder führen. Aber mit einem Stamm sehr guter dunkler Vögel dürfte es für den erfahrenen Züchter kein Problem sein, auch mehr helle Vögel zu züchten und mit Erfolg auszustellen. Es versteht sich von selbst, dass bei aller Vorliebe für aufgehellte Gloster und dem Wunsch nach den „alten Zeiten“ beim Gloster die sonstigen strengen Kriterien wie Typ, Federqualität, Größe etc. beachtet werden müssen. Dies gilt natürlich ebenso bei den dunklen Vögeln sowie all den anderen Farbvarianten (Cinnamon, Weißgrundige etc.).

Auch so können aufgehellte Gloster aussehen. Auf diesen Bildern sehen Sie einen sehr seltenen weißen Grizzle und
einen "normalen" Grizzle in Top-Qualität.

Lighted Birds can also look like that. On this photo you can see a very rare white Grizzle and an ordinary Grizzle of top-quality.
Oder auch so. Eine aufgehellte Consort Henne mit einer sehr hübschen Grizzle-Scheckung von T.M. Berrisford.

Or like that. A lighted hen with a very beautiful grizzled colour from T.M. Berrisford.
Die Gefiederqualität beim Gloster

(erschienen/veröffentlicht AZ-Nachrichten Nr. 2/2009)


Eines der komplexesten Themen beim Gloster-Fancy ist m.E. das der Gefiederqualität. Damit eng verknüpft sind dann auch Fragen rund um das Gefieder von intensiven und nicht intensiven Gloster sowie harte und weiche Federn.

Wenn man sich mit dem Thema Gefiederqualität beschäftigt, sollte man wissen, dass es grundsätzlich unterschiedliche Federstrukturen und -texturen (Farbverteilung) beim Gloster gibt. Neben der harten, schmalen Feder und der weichen, breiten Feder ist hier auch die zumeist feine, seidige Feder des braunen Gloster und die insgesamt oft recht breite und dennoch harte Feder des weißgrundigen Gloster zu nennen. Aber nur auf diese Eigenschaften reduziert, lässt sich das Thema nicht abschließend beantworten. Es wäre ja auch zu schön und einfach, lediglich einen nicht intensiven (B)-Vogel mit einem intensiven (A)-Vogel zu verpaaren und schon hätte man beste Gefiederqualität in seinem Stamm. Es ist nicht zwangsläufig so, dass der intensive Gloster immer die für die Zucht besonders wertvolle harte, kurze Feder und der nicht intensive Gloster immer die weiche, lange Feder hat.

M.E. liegt bei dieser Rasse einer der Schlüssel zum Erfolg zur Zucht von Vögeln mit erstklassigem Gefieder (voluminös, sauber anliegend mit feinem, seidigem Glanz und keinesfalls lose oder rau) darin, die unterschiedlichen Gefiederstrukturen (harte, weiche, lange, kurze, breite, schmale Federn) der einzelnen Farbschläge (braun, weißgrundig, hell, dunkel, intensiv, nichtintensiv) immer wieder gut zu durchmischen. Dies setzt jedoch voraus, dass man die unterschiedlichen Federstrukturen erkennt und dann entsprechend bei den Verpaarungen berücksichtigt. Wiederholte Verpaarungen von gleichen Federtypen wie z.B. nichtintensiv (B) mal nichtintensiv (B), weiche mal weiche Feder, helle mal helle Gloster oder braune mal braune Gloster, führt zwangsläufig zu einem Verlust von guter Federqualität bzw. früher oder später zu Federproblemen wie beispielsweise Lumps.

Man sollte grundsätzlich auch bedenken, dass intensive Gloster nicht - wie oft angenommen - das Zaubermittel für gute Gefiederqualität sind. Auch hier gibt es, wie bei den B-Vögeln, hinsichtlich der Gefiederqualität große Unterschiede. Bei der Feder von A-Vögeln muss es sich auch nicht zwangsläufig um eine harte, schmale Feder handeln, denn auch hier gibt es unterschiedliche Gefiedertypen wie beispielsweise harte und weiche Federn, schmale und breite oder feine, seidige und rauhe, grobe Federn.
Zur Verbesserung bzw. Erhaltung von guter Gefiederqualität sind nach meiner Erfahrung braune und ebenso wie die in dieser Hinsicht oftmals unterschätzten weißgrundigen Vögel genauso wie A-Vögel mit harter/schmaler Feder unverzichtbar.
Weißgrundige sind neben den Braunen und den A-Vögeln unverzichtbar zur
Verbesserung bzw. Erhaltung von guter Gefiederqualität.

Blues are apart from Cinnamons/Fawns and Yellows essential for the
improvement and support of good feather quality.


Gute Gefiederqualität ist nicht nur im unmittelbaren Vergleich bei den jungen Gloster auf den Schauen von hoher Wichtigkeit, vielmehr zeichnet sich diese in ganz besonderem Maße bei den mehrjährigen Gloster aus. Wenn ein guter Gloster auch noch nach zwei oder drei Jahren und älter die oben genannten Kriterien guten Gefieders zeigt, kann man von guter Gefiederqualität sprechen. Spätestens hier trennt sich dann hinsichtlich Gefiederqualität sowie insbesondere auch in der zunehmenden Gesamtlänge der Vögel die Spreu vom Weizen und die Unterschiede werden offenkundig. In diesem Zusammenhang sind auch die derzeitigen Bestrebungen in der AZ zu begrüßen, dass auch Altvögel bei den Gloster und weiteren Positurkanarienrassen auf Schauen zugelassen werden sollen, wie dies bei den internationalen Spezialschauen ohnehin schon Gang und Gäbe ist.

Die Gefiederqualität ist von elementarer Bedeutung in der Glosterzucht. Daher sollte diesem Punkt von jedem ambitioniertem Züchter und nicht zuletzt von jedem Preisrichter in besonders hohem Maße Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Anmerken möchte ich noch, dass die obigen Gedanken sowie die weiteren Artikel auf dieser Homepage nur meine eigenen, persönlichen Erfahrungen und Meinungen darstellen, die sich nicht zwangsläufig mit denen anderer Züchter decken müssen.
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